Photo Ute Kaiser von Georg Kronenberg

Hörbuch Neuerscheinung im November 2015

Die Schauspielerin UTE KAISER liest ANNA SEGHERS’ lang verschollen geglaubte Erzählung:

Die Legende von der Reue des Bischofs Jehan d'Aigremont von St. Anne in Rouen

Hörbeispiel:


Im Alter von 24 Jahren schrieb Anna Seghers in Paris diese Erzählung, die als eine ihrer schönsten und geheimnisvollsten gilt. Ihr Sohn Pierre Radvanyi entdeckte den Text erst nach dem Tod seiner Mutter, der dann im Jahr 2003 zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Ein eindrucksvolles Zeugnis der bedeutenden Schaffenskraft der jungen Schriftstellerin, voller Sinnlichkeit und Poesie: Eine Geschichte im Stil mittelalterlicher Heiligenlegenden vom Bischof Jehan d‘Aigremont von St. Anne in Rouen, der zum Mörder wird und zugleich die Fähigkeit des Heilens hat.

Rezensionen und Stimmen zum Hörbuch

Prof. Dr. Robert Cohen, New York University, Dezember 2015:
Anna Seghers' Legende vom sündigen Bischof Jehan d'Aigremont, der den Weg in die Tiefe, in die Bezirke der Niedrigen und Verkommenen, der Vagabunden, Siechen und Prostituierten bis zum bitteren Ende geht, gehört zu den großen Novellen deutscher Sprache. Verfasst wurde sie 1924 von der gerade Vierundzwanzigjährigen aus dem wohlbehüteten Mainzer jüdischen Großbürgertum. Die Welt, die Anna Seghers in diesem genialischen frühen Werk evoziert, war ihr denkbar fern. Ihre packende Wirkung bezieht die rätselhafte Erzählung aus der Sprach- und Bildkraft der jungen Schriftstellerin. In Ute Kaiser findet diese Sprache eine kongeniale Interpretin. Mit ihrer ausdrucksreichen Sprechkunst, mit der Vielfalt der Tonfälle, die ihr zur Verfügung steht, öffnet Ute Kaiser das Ohr für Seghers' lyrisch-expressionistische Sprache und für die auf abgründige Weise religiöse Atmosphäre, in die das Geschehen getaucht ist. Das Zusammentreffen dieser Schriftstellerin mit dieser Interpretin ist ein Glücksfall.

Lübecker Nachrichten, Lothar Kullack, Dezember 2015:
(…) gesprochen von Ute Kaiser, die diese Erzählung ebenso souverän wie einfühlsam herüberbringt wie zuvor schon Werke von Margarete Steffin oder Mascha Kaléko (…)